Drei junge jüdische Menschen berichten über ihr Leben, ihre Arbeit und darüber, was das Jüdischsein für sie bedeutet. Fühlen sie sich wohl in Hamburg oder ist es immer noch ein Konflikt, als jüdischer Mensch in Deutschland zu Leben? Die Sopranistin Miriam Sharoni ist auf den Bühnen der Welt zu Hause. In Hamburg sang sie zuletzt die Hauptrolle in Don Pasquale von Donizetti und im November hören wir sie in Mendelsohn Bartholdys Elias. Sharoni wurde in Schweden geboren und wuchs in Israel auf. Seit 1991 lebt die Mutter eines siebenjährigen Sohnes in Hamburg. Sie bezeichnet sich selbst als nicht-gläubige Jüdin. Arnold Simmenauer, Geschäftsführer des bekannten Café Leonar am Grindelhof, sagt, er sei gläubiger Jude, aber er praktiziere seine Religion eher selten. Sein Café hat deshalb auch am Freitagabend und Samstag geöffnet, wenn andere Juden Schabbat feiern. Simmenauer ist geborener Hamburger. Roy Naor hat sein Jurastudium an der Bucerius Law School abgeschlossen und ist Referendar am Landgericht Hamburg. Er ist das jüngste Mitglied im Vorstand der 3500 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde in Hamburg. Naor wurde in Israel geboren, ist in Düsseldorf aufgewachsen und lebt seit acht Jahren in Hamburg. Er bezeichnet sich als gläubig und praktiziert sein Judentum in traditioneller Weise. Ayse Ates + Tina Stadlmayer